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Buchvorstellung: Judenhass im Kunstbetrieb. Reaktionen nach dem 7. Oktober 2023

12. Oktober um 19:00 - 21:30
Kostenlos

Das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 hat zu einem erschreckenden Aufflammen des Antisemitismus in einem globalen Maßstab geführt, so auch in Deutschland. Dabei tritt dieser insbesondere in sich als progressiv, links und weltoffen verstehenden Milieus des Kunst- und Kulturbetriebs sowie an den Universitäten städtischer Metropolen lautstark in Erscheinung. Bereits zuvor bestehende Spaltungen wurden vertieft oder taten sich neu auf, so dass der Kunst- und Kulturbetrieb seit dem 7. Oktober unheilbar zerrissen wirkt. Während die Relevanz einer künstlerischen Äußerung häufig nur noch im Verhältnis zu einer Positionierung zum Israel-Palästina-Konflikt bemessen zu werden scheint, zeigt sich in den (Nicht-)Äußerungen einzelner Künstler*innen sowie von Institutionen zugleich ein großer Mangel an Empathie bis hin zu einer Verherrlichung terroristischer Gewalt.

Die Reaktionen in den verschiedenen Bereichen der Kunst und des Kulturbetriebs sind bis heute verstörend. Der Judenhass der Terrororganisation Hamas wird mit Verweis auf eine vermeintlich progressive postkoloniale Perspektive verklärt. Israel wird als kolonialer Siedlerstaat verunglimpft, der Vorwurf der „Apartheid“ und des „Genozids“ an den Palästinenser*innen in aggressiver Weise artikuliert und beliebige israelische Bürger*innen sowie Jüdinnen und Juden werden in Kollektivhaftung genommen. Dazu gesellt sich, dass sich manche Kulturinstitutionen, Kurator*innen und Künstler*innen gegen eine kulturpolitisch gewollte verstärkte Bekämpfung von Antisemitismus wenden, weil dadurch Kunst- und Meinungsfreiheit bedroht seien. Hier wird ein falscher Gegensatz zwischen der Bekämpfung von Antisemitismus und der Wahrung der Kunstfreiheit aufgebaut, den es zu kritisieren gilt.

Matthias Naumann wird das von ihm herausgegebene Buch Judenhass im Kunstbetrieb vorstellen und die Ursachen und Äußerungsformen des Antisemitismus im Kulturbetrieb analysieren. Zudem wird er historische Entwicklungen aufzeigen sowie Gegenpositionen beleuchten und mögliche Konsequenzen diskutieren.

Matthias Naumann ist Autor, Übersetzer und Verleger. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt am Main, Tel Aviv und Paris. 2006–2008 mit Stefanie Plappert wissenschaftliche Leitung der Erstellung des Wollheim Memorials, Frankfurt am Main, dabei Umsetzung eines Interviewprojekts mit Überlebenden des KZ Buna/Monowitz. 2011 Gründung und seitdem Leitung des Neofelis Verlag, Berlin.

Eintritt frei, Spenden willkommen

Details

  • Datum: 12. Oktober
  • Zeit:
    19:00 - 21:30
  • Eintritt: Kostenlos
  • Veranstaltungskategorien: ,

Veranstalter

  • Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus
  • Artist Against Antisemitism e.V.
  • Buchhandlung zum Wetzstein

Veranstaltungsort

  • Buchhandlung zum Wetzstein
  • Salzstraße 31
    79098 Freiburg im Breisgau,