Am Samstag, den 10. Oktober, laden Artists Against Antisemitism Freiburg ab 20 Uhr in den Kulturraum ein.
Zum Auftakt präsentieren Gruppen der Aktionswochen gegen Antisemitismus Freiburg ihre Arbeit an Infoständen.
Um 21 Uhr hält Torsten Liesegang einen Vortrag mit dem Titel »Verkehrte Staatskritik: Antizionismus & Antisemitismus«. Von einigen linksradikalen Gruppen abgesehen, die Ende der 60er-Jahre Anschläge auf jüdische Einrichtungen verübten, war der Aufruf zum Mord an Juden nach 1945 vornehmlich der extremen Rechten vorbehalten. Diese Zeiten sind vorbei, neuerdings imaginieren gerade Linksradikale mit Parolen wie »Death, Death to the IDF« und »Kill Zios« lustvoll antisemitische Gewaltfantasien. Der Wandel vom Entsetzen über den nationalsozialistischen Vernichtungsantisemitismus hin zum Beklatschen der Massaker des 7. Oktobers und zu Mordfantasien erfolgt mit bestem Gewissen – schließlich wollen die Täterurenkel von heute mit dem Judenmord ihrer Vorfahren nichts zu tun haben. Wie es sein kann, dass sich Gruppen, die sich als staats- und kapitalismuskritisch geben, im antisemitischen Ressentiment beim Volksstaat und mörderischen Antizionismus landen, soll exemplarisch anhand der Schweizer Gruppe Lotta und einigen Freiburger Beispielen gezeigt werden.
Ab 22 Uhr geht es mit Austausch und Sound von delacroix weiter. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss findet ab 23 Uhr ein Solirave zugunsten der Aktionswochen statt. To life – für das Leben!
Artists Against Antisemitism wurde im Mai 2021 von Torsun (Egotronic) und Björn Peng gestartet und ist ein Solidaritätsnetzwerk von lokalen Gruppen, Künstler*innen und Menschen aus dem Kulturbetrieb. Gemeinsamer Nenner ist der Aufruf von 2021, der weiterhin unter artistsagainstantisemitism.org/aufruf unterzeichnet werden kann. Kunst und Kultur schaffen Räume des gesellschaftlichen Austauschs – Räume, in denen Antisemitismus keinen Platz finden darf. Denn wo er ohne lauten Widerspruch stehenbleiben kann, ist das ein Seismograf für die Akzeptanz anderer Formen von gruppenbezogenem Menschenhass.
